Trauerfall

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren                   
Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch
Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.
Offenbarung 21, 4

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort
hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der
hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht,
sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5, 24


Maßnahmen, die vor einem Sterbefall zu treffen sind

Was ist alles vorzubereiten?
Folgende Urkunden und Unterlagen sind zur Regelung der persönlichen und rechtlichen Angelegenheiten beim Eintreten eines Todesfall
s erforderlich und sollten griff bereit sein:
1. Der Personalausweis/Reisepass
2. Das Stammbuch
3. Bei Ledigen die Geburtsurkunde
4. Bei Verheirateten die Geburts- und Heiratsurkunde
5. Bei Verpartnerten die Geburtsurkunde und Urkunde über die eingetragene Lebenspartnerschaft
6. Bei Verwitweten die Geburts-, Heirats-/Lebenspartnerschaftsurkunde sowie die Sterbeurkunde des/der Verstorbenen
7. Bei Geschiedenen die Geburts- und Heiratsurkunde sowie das Scheidungsurteil/der Scheidungsbeschluss
8. Bei Personen mit aufgehobener Lebenspartnerschaft die Geburts- und Lebenspartnerschaftsurkunde sowie der Aufhebungsbeschluss
9. Bei Minderjährigen die Geburtsurkunde des Kindes/der Kinder
10. Das Testament (falls vorhanden) bzw. die Hinterlegungsurkunde (oder Angabe über den Hinterlegungsort)
11. Versorgungs- und Rentenunterlagen
12. Kranken- und Pflegeversicherungsunterlagen
13. Ggf. Unterlagen über häusliche ambulante Pflege
14. Sonstige Versicherungsunterlagen
15. Unterlagen über Bankkonten und Aktiendepot
16. Unterlagen über Immobilienbesitz
17. Steuerunterlagen

Außerdem ist zu überlegen:
1. Soll ein vorhandenes Familiengrab genutzt oder ein neues Grab auf einem bestimmten Friedhof gekauft werden?
2. Soll eine Erd- oder Feuerbestattung stattfinden?
3. Soll die Trauerfeier unter Verwendung bestimmter Bibeltexte und/oder Lieder gestaltet werden?
4. Soll die/der zuständige Gemeindepfarrerin/Gemeindepfarrer oder eine andere Pfarrerin/ein anderer Pfarrer die Bestattung vornehmen?
5. Soll anstelle von Blumen eine Spende für einen bestimmten Zweck erbeten werden?
6. Wird ein Organ gespendet oder die Leiche für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt?
7. Adressenliste mit Telefonnummern der nächsten Verwandten und Freunde

Maßnahmen, die nach dem Eintreten des Sterbefalles zu treffen sind
A. Allgemeines
1. Die vielen kurzfristig zu erledigenden Aufgaben können die Hinterbliebenen überfordern. Es ist daher ratsam, sofort eine Person des Vertrauens (z. B. ausder Familie, Verwandtschaft, Kollegen- und Freundeskreis) herbeizubitten.
2. Ein Bestattungsunternehmen kann eine wesentliche Hilfe sein, weil es die anfallenden Formalitäten erledigt.

B. Beim Sterbefall zu Hause
1. Benachrichtigung des Haus-, Not- oder eines sonstigen Arztes zur Feststellung der Todesursache (Todesbescheinigung)
2. Beauftragung eines Bestattungsunternehmens
3. Meldung beim zuständigen Standesamt des Sterbeorts, wobei die Unterlagen (Geburtsurkunde, Familienstammbuch, ggf. Sterbeurku
nde des vorverstorbenen Ehegatten/Lebenspartners) zusammen mit dem Personalausweis/Reisepass des/der Verstorbenen und dem Personalausweis dessen, der die Todesanzeige macht, vorgelegt werden müssen.
Die Todesfallmeldung übernimmt ggf. ein Bestattungsinstitut.
Sterbeurkunden werden benötigt zur späteren Vorlage bei
- Dienstherr/Arbeitgeber
- Rentenversicherung/Zusatzversorgungskasse
- Krankheitshilfe bzw. private oder gesetzliche Krankenversicherung
- Pflegeversicherung
- Lebensversicherung und Unfallversicherung
- Banken

C. Beim Sterbefall im Krankenhaus/Alten- oder Pflegeheim
Beim Todeseintritt im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim kümmert sich die dortige Verwaltung um das Notwendige.

D. Tod durch Unfall oder sonstige unnatürliche Ursachen
Bei diesen Todesfällen wird immer die örtliche Polizei eingeschaltet. Diese gibt die Anordnung zur Bergung und übernimmt die Benachricht
igung der Angehörigen bei Unfalltod, Suizid und Tod durch Mitwirkung Dritter.
Das von der Polizei benachrichtigte Bergungs-/Bestattungsunternehmen braucht nicht mit dem von den Angehörigen
gewünschten Bestattungsinstitut identisch zu sein, daher ggf. Verständigung des gewünschten Instituts.

Maßnahmen für die Beerdigung
1. Die/der zuständige bzw. die/der um die Beerdigung zu bittende Pfarrerin/Pfarrer ist zu benachrichtigen
2. Verständigung der zuständigen Friedhofsverwaltung zur Festlegung von Zeit und Ort der Beerdigung
3. Beschaffung von nötigen Überführungspapieren und Regelung der Überführung
4. Aufgabe einer Todesanzeige (nach dem von den Angehörigen gewünschten Text) in der Zeitungsredaktion, Druck von Trauerkarten
5. Gestaltung der Trauerfeier einschließlich Musik
6. Gärtnerische Dekoration des Sarges, der Zelle, der Leichenhalle und des Grabes.
7. Auswahl des Sarges und Absprache über Einsargung und Aufbahrung des/der Verstorbenen
8. Sofern ein Familiengrab vorhanden ist, Beauftrag ung eines Steinmetzen das Grabmal wegzuräumen und aufzubewahren
9. Trauerkleidung beschaffen
10. Überlegung über die Gestaltung des Beerdigungstages, Bewirtung der Gäste

Andere Maßnahmen
1. Sofern eine Lebensversicherung besteht, ist diese sofort zu benachrichtigen.
Folgende Unterlagen sind vorzulegen:
- der Versicherungsschein
- eine Sterbeurkunde
- Angabe des Kontos, auf das die Versicherungssumme überwiesen werden soll
2. Sofern eine Unfallversicherung besteht: Stirbt die/der Versicherte durch einen Unfall oder durch Krankheit, die durch einen Unfall
entstand, muss innerhalb von 48 Stunden die Versicherung benachrichtigt werden (Telefonanruf oder Fax).
3. Bei einem Kraftfahrzeug-Unfalltod sind auch die Kraftfahrzeugversicherung und die Insassenunfallversicherung sofort zu benach
richtigen. Wenn ein Dritter den Unfall (mit)verschuldet hat, ist dessen Haftpflichtversicherung zu benachrichtigen. Ansprüche können über einen Rechtsanwalt oder eine bestehende Rechtsschutzversicherung geltend gemacht.
4. Übrige Versicherungen benachrichtigen (Sterbeurkunde beilegen)
5. Beim Finanzamt für Hinterbliebene, die Anspruch auf Sterbegeld und/oder Versorgungsbezüge haben, Lohnsteuerdaten
beantragen
6. Das Testament des Verstorbenen ist dem für seinen letzten Wohnort zuständigen Nachlassgericht (Notariat) vorzulegen (Sterbeurkunde mitnehmen). Das Testament wird in einem besonderen Termin vom Nachlassgericht (Notariat)
 

entnommen aus der Handreichung der Evangelischen Kirche im Rheinland: "Was tun bei einem Sterbefall?"